
Und sonst? Kunst in Graz, Wien …
Wer den glühweingeschwängerten Dunstwolken brechend voller Weihnachtsmärkte entfliehen möchte, kann das besonders in der Ruhe ambitionierter Kunstbetrachtung verwirklichen. Wir haben uns in Graz und Wien umgesehen. Hier ein völlig ekletischer Auschnitt.
GRAZ
Galerie Grill, Bürgergasse
Roberto Grill hat in den vergangenen rund fünf Jahren im Herzen der steirischen Hauptstadt ein funkelndes Kleinod geschaffen. Seine Sammlung und Versammlung zeitgenössischer Kunstwerke ist eigentlich eine eigene Reise wert. Stefan Glettlers schwebende Acrylflügel neben den filigranen Geflechten aus nichts als Schall und Messing von Constantin Luser, Georg Dinstls muntere Botschaften aus abstraktem Acryl neben Esther Stockers wundersamen Zerknüllungsstrukturskulpturen.
Hingehen, staunen!
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WIEN
Galerie Crone, Getreidemarkt 17, Milen Til, bis 17.1.2026
In der hellen Galerie kommen die Bild-Bilder des Hamburger Spritzmeisters Milen Till gut zur Geltung: Er sieht sich in der Tradition der Wiener Aktivisten rund um Günther Brus und Otto Mühl. Er überschüttet allerdings Acrylglas. Und zwar in Anlehnung an die Schutz-Acrylgläser vor wertvollen Malereien in Museen. Die dann von Umwelt- oder sonstigen Aktivist*innen beschüttet worden sind.
Ähnliches hat allerdings auch die Künstler Goldin+Senneby’s (siehe 2025 exhibition at the MIT in Artnews).
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WIEN
Albertina modern, Marina Abramović, bis 1. März 2026
Marina Abramović (1946 in Belgrad geboren) ist eine der wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen. Sie gilt als Begründerin der modernen Performance und hat mit ihren legendären Auftritten Kunstgeschichte geschrieben. Beginnend im Belgrad der frühen 1970er-Jahre hat sie die Performance im Verlauf ihrer mehr als 50 Jahre umspannenden Karriere als Spielart der bildenden Kunst etabliert. Bereits 1978 trat sie (beim Internationalen Performance Festival) in Wien auf.
Die Ausstellung bietet mehrere Stationen, an denen die BesucherInnen ausdrücklich eingeladen sind, in die Rolle von PerformerInnen zu schlüpfen. Die Ausstellung, in Kooperation mit dem Kunstforum Wien entstanden, wird einen umfangreichen Überblick über das Werk der Künstlerin bieten. Die Performancekunst hat in Wien eine lange Tradition, mit dem Aktionismus als bekanntester Ausprägung.
Sehenswert aus vielen Gründen!
Website>> Albertina modern
WIEN
Künstlerhaus: DU SOLLST DIR EIN BILD MACHEN – Zeitgenössische Kunst und religiöses Erleben
Kirche und Kunst verbindet das Irrationale, das Geheimnisvolle und besonders die Imagination und Vorstellungskraft, sich eine Welt mit eigenem Regelwerk und Gesetz zu erschaffen – eine Welt, die auch zurückstrahlt auf unser Leben, uns über unsere Existenz erzählt. Eine Vielfalt dieser Welten wird in DU SOLLST DIR EIN BILD MACHEN sichtbar gemacht.

Künstler*innen: Marina Abramović, Irene Andessner, Sumi Anjuman, Anouk Lamm Anouk, Siegfried Anzinger, Teodora Axente, Ursula Beiler, Renate Bertlmann, Guillaume Bruère, Victoria Coeln, Aron Demetz, Leslie De Melo, Christian Eisenberger, Manfred Erjautz, VALIE EXPORT, Paul Sebastian Feichter, Paolo Gallerani, Philipp Haslbauer mit Marco Schmid und Aljosa Smolic, Lois Hechenblaikner, Siggi Hofer, Martin Kippenberger (Foto, @ H. Starmühler)), Julia Krahn, Evelyn Kreinecker, Lena Lapschina, Ina Loitzl, Sissa Micheli, Hermann Nitsch, Adrian Paci, Drago Persic, Margot Pilz, Arnulf Rainer, Johannes Rass, Bettina Rheims, Sylvie Riant, Thomas Riess, Deborah Sengl, Andres Serrano, Thomas Sterna, Esther Strauß, Billi Thanner, Timm Ulrichs, Markus Wilfling
DU SOLLST DIR EIN BILD MACHEN Kuratiert von Günther Oberhollenzer, Kuratorische Assistenz: Miriam King
Website >> Künstlerhaus