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Sumi Anjuman, I am the Mother too, 2019 Digitale Fotografie Digital photograph, 68,6 x 45,7 cm. Foto: Katalog

Was darf die Kunst?

Das Wiener Künstlerhaus war Ende 2025 / Anfang 2026 von verschiedener Seite Kritik ausgesetzt: Die Ausstellung DU SOLLST DIR EIN BILD MACHEN zeige blasphemische Kunstwerke, die das Christentum beleidigen. Im Zuge dessen wurde die Schließung der Schau gefordert. Am 6. August 2026 wird Günther Oberhollenzer, der Kurator der Ausstellung, zu Gast in der Galerie REINBERG sein.

Viel Zustimmung, aber auch Kritik und von mancher Seite Ablehnung rief die Ausstellung DU SOLLST DIR EIN BILD MACHEN – mit Werken von Marina Abramović, Valie Export, Irene Andessner, Sumi Anjuman, Anouk Lamm Anouk, und vielen anderen, hervor.

Die Schau, die am 8. Februar 2026 zu Ende ging, erzählt von der Imaginationskraft religiösen Erlebens, ihre visuelle Entsprechung in der christlichen Bildtradition und deren Interpretation durch Künstler*innen der Gegenwart.

>> Bitte Vormerken: Günther Oberhollenzer ( im Foto von  JoannaPinka_eSeL vor dem Werk von Martin Kippenberger) wird über die Schau, die Diskussion und die Begleitumstände berichten. Termin: Donnerstag, 6. August 2026, 19.00 Uhr in der Galerie REINBERG .

Dem Team rund um den renommierten Kurator Günther Oberhollenzer, der auch seit 2022 Künstlerischer Leiter des Künstlerhauses ist, wurde vorgeworfen, die Grenzen der Kunst – im Bezug auf religiöse Gefühle – zu verletzen.

In einer Klarstellung zur Ausstellung reagierte das Künstlerhaus Wien. Hier der Text der Aussendung vom 2.12.2025:

„Diesen Forderungen nach Schließung sowie auch allen kunstfeindlichen Äußerungen in diesem Zusammenhang treten wir entschieden entgegen. In Österreich ist die Freiheit der Kunst ein verfassungsrechtlich geschütztes Grundprinzip, das die demokratische Kultur prägt, kritische gesellschaftliche Reflexion ermöglicht und durch den Staat aktiv unterstützt wird.
Davon abgesehen ist die Verletzung religiöser Gefühle nicht Intention dieser Schau. Wir respektieren, dass Menschen sich von Kunstwerken irritiert oder auch gekränkt fühlen.

Ob ein Kunstwerk eine Provokation darstellt, liegt oft im Auge des jeweiligen Betrachters, der jeweiligen Betrachterin. Viele Besucher*innen, darunter auch Christ*innen und auch hohe katholische Geistliche waren von der Ausstellung sehr angetan, es entstanden auch immer wieder stimmige, tiefgreifende Diskussionen und Gespräche auf Augenhöhe. Diesen respektvollen Dialog möchten wir auch weiter fördern.“ – Günther Oberhollenzer, künstlerischer Leiter und Kurator der Ausstellung und Tanja Prušnik, Präsidentin der Künstlerhaus Vereinigung

Im Zentrum der Ausstellung DU SOLLST DIR EIN BILD MACHEN stehen Werke von 42 nationalen und internationalen Künstler*innen, die sich mit kritischem, aber auch mit liebevollem, humorvollem sowie feministischem Blick der christlichen Ikonografie annähern und neue, gegenwärtige Sichtweisen auf über Jahrhunderte tradierte Motive ermöglichen. Dabei geht sie auch der Frage nach, wie stark Formen und Zeichen der christlichen Bildwelt in unserer säkularen Gegenwart nachwirken und noch heute Teil eines kollektiven Bildverständnisses sind. “

Termin vormerken:
„Was darf die Kunst?“ mit Kurator Günther Oberhollenzer.
Termin: Donnerstag, 6. August 2026, 19.00 Uhr.
In der Galerie REINBERG, 3861 Eggern, Reinberg-Heidenreichstein 26
Eintritt kostenlos, um Voranmeldung wird gebeten an: office@galerie-reinberg.com oder Tel +43 (0) 664 314 15 15